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Swetlana Alexijewitsch bekommt den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2013

(25.06.2013 - von Julia Pfrötschner - OPTIMUS Redaktion, Leitung: Karolin Timmermann)
Die diesjährige Preisträgerin des Friedenspreises des Buchhandels heißt Swetlana Alexijewitsch. Wie Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, zur Eröffnung der Buchtage Berlin 2013 bekannt gab, wird die weißrussische Schriftstellerin für ihr Gesamtwerk geehrt. Übergeben wird der mit 25.000 Euro dotierte Preis am Sonntag, 13. Oktober 2013, während der Frankfurter Buchmesse. Das ZDF wird die Preisverleihung live aus der Paulskirche in Frankfurt übertragen.
Bereits seit 1950 wird der Friedenspreis jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels verliehen und dient der Stärkung von Frieden, Menschlichkeit und Völkerverständigung. Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels zeichnet mit Swetlana Alexijewitsch eine Autorin aus, die in ihren Werken die Geschichte und die Lebensumstände in den ehemaligen sowjetischen Staaten thematisiert. In der Begründung des Stiftungsrats heißt es: „Den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verleiht der Börsenverein im Jahr 2013 an Swetlana Alexijewitsch und ehrt damit die weißrussische Schriftstellerin, die die Lebenswelten ihrer Mitmenschen aus Weißrussland, Russland und der Ukraine nachzeichnet und in Demut und Großzügigkeit deren Leid und deren Leidenschaften Ausdruck verleiht. Mit den Berichten über Tschernobyl, über den sowjetischen Afghanistankrieg und über die unerfüllten Hoffnungen auf ein freiheitliches Land nach dem Auseinanderbrechen des Sowjetimperiums lässt sie in der tragischen Chronik der Menschen einen Grundstrom existentieller Enttäuschungen spürbar werden.“
Während die Schriftstellerin international hohes Ansehen genießt, gilt sie in ihrem Heimatland Weißrussland als regimefeindlich und muss staatliche Restriktionen und Strafen fürchten. Charakteristisch für Alexijewitsch Prosa ist ihr ganz eigener literarischer Stil. In ihren Werken verwebt die 65-jährige Schriftstellerin Interviews und Berichte, wodurch eine emotionalisierte Geschichtsschreibung entsteht. Zu ihren bekanntesten Werken zählen „Zinkjungen“ (1989, dt. 1992) und „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“ (1997). Ihr neustes Buch „Secondhand-Zeit. Leben auf den Trümmern des Sozialismus“ erscheint am 26. August 2013 im deutschen Buchhandel.

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